Bescheidenes Ergebnis für Christoph Heger

Die gute Nachricht zuerst: Der neue Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises heißt nicht Christoph Heger. Mit 2,8% der Stimmen erzielte der von seiner Partei als „Islamexperte“ angepriesene Overather das schlechteste Ergebnis von allen Kandidaten. Die schlechte Nachricht: Die extrem niedrige Wahlbeteiligung trieb den Stimmenanteil für den Rechtspopulisten künstlich in die Höhe.

Neuer Landrat in Rhein-Berg ist nun Hermann-Josef Tebroke (CDU), der bisher das Amt des Lindlarer Bürgermeisters bekleidete. Für den pro-NRW-Kandidaten Heger lag das Wahlergebnis derweil sogar noch deutlich unter dem der letzten Wahl im Jahr 2009: Damals war der Overather Rechtspopulist noch auf 4,0% gekommen. Und dennoch täuschen die 2,8% darüber hinweg, dass es eigentlich noch sehr viel schlechter hätte laufen müssen. Da die Wahlbeteiligung nämlich kreisweit nur bei knapp 29% lag, wäre das Ergebnis für „pro NRW“ bei einer höheren Beteiligung noch sehr viel niedriger ausgefallen. Erfahrungsgemäß profitieren radikale Parteien wie die „Bürgerbewegung“ von einer geringen Wahlbeteiligung, während die großen Volksparteien wie CDU und SPD entsprechende Verluste verbuchen müssen.

Alles in allem dürfte „pro NRW“ nicht mit dem Ergebnis ihres Kandidaten zufrieden sein. Gemessen an den Wahlkampfkosten sowie dem generellen Aufwand für Infostände, Flyer und Plakate dürften die 2,8% zumindest intern eher als Rückschlag gewertet werden. Davon ist nach außen selbstverständlich nichts zu hören: Auf der pro-NRW-Internetseite sprechen die Rechtspopulisten von einem „Achtungserfolg“ sowie einem „absolut respektablen und erfreulichen Ergebnis“. Wer’s glaubt…

Die Ergebnisse für Christoph Heger im Einzelnen:

  • Bergisch Gladbach: 2,5%
  • Burscheid: 4,7%
  • Kürten: 2,6%
  • Leichlingen: 3,1%
  • Odenthal: 2,9%
  • Overath: 3,1%
  • Rösrath: 2,4%
  • Wermelskirchen: 3,5%

Datenquelle: Kölner Stadt-Anzeiger


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